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Veröffentlicht am 11. September 2026

Versorgungslage

Hier erfahren Sie, wie die Wirtschaftliche Landesversorgung WL die aktuelle Versorgungslage der Schweiz in den WL-Bereichen Ernährung, Energie, Heilmittel, IKT, Logistik und Industrie beurteilt.

Lagebericht der Wirtschaftlichen Landesversorgung

Alle Informationen zur aktuellen Versorgungslage finden Sie in dem unten stehenden Lagebericht. Er wird regelmässig aktualisiert.

Allgemeine Versorgungslage

Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist weiterhin eingeschränkt. Gleichzeitig attackieren die Huthi-Rebellen Schiffe, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren sowie Öl-Einrichtungen in Saudi-Arabien. Weiterhin gilt, dass die Normalisierung der globalen Versorgungsströme nach einem nachhaltigen Ende der militärischen Aktivitäten im Nahen und Mittleren Osten Monate dauern wird (Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Infrastrukturen; Wiederaufbau Logistikketten).

Die anhaltende Trockenperiode führt zu Niedrigwasser auf dem Rhein. Dadurch können Schiffe nur mit stark reduzierter Ladung verkehren, was die Transportkapazitäten auf dem Rhein für den Import von lebenswichtigen Gütern in die Schweiz erheblich einschränkt.

Durch das Niedrigwasser entstehende Engpässe bei den Transportkapazitäten sowie deren Auswirkungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch andere Verkehrsträger (insbesondere Schiene, Strasse oder Pipeline), durch entsprechende Reserven der jeweiligen Unternehmen sowie – sofern ausreichende Inlandkapazitäten vorhanden sind – durch eine Ausweitung der inländischen Produktion kompensieren.

Die Erdölraffinerie im neuenburgischen Cressier musste Anfang September heruntergefahren werden und stellt für mindestens zwei Wochen die Produktion ein. Die Raffinerie deckt normalerweise etwas mehr als 30 Prozent des Bedarfs der Schweiz an Mineralölprodukten ab.

Die Akteure der Wirtschaftlichen Landesversorgung beobachten zusammen mit den betroffenen Branchen die Versorgungslage genau. Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen und es zu einem Versorgungsengpass kommen sollte, stehen bewährte Instrumente zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere die Pflichtlager, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden könnte, um die Versorgung zu stabilisieren.

Aktuell sind temporäre Bedarfsdeckungsunterschreitungen (TBDUS, d. h. Freigaben bis 20% der Pflichtlagermengen) bei Pflichtlagern für Protein-Futtermittel sowie für Benzin und Dieselöl bewilligt.

Ernährung

Aktuelle Lage

Protein-Futtermittel

Der Import der Protein-Futtermittel in die Schweiz ist seit Wochen stark eingeschränkt. Die Rohstoffe für die Proteinfutterproduktion müssen zunächst zu den Presswerken gelangen und anschliessend weitertransportiert werden. Derzeit sind sowohl diese Transporte als auch der Import vor allem wegen des Niedrigwassers auf Rhein und Donau eingeschränkt. Erschwerend hinzu kommt, dass wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Raufutter verfügbar ist, weshalb die Landwirte teilweise mehr Proteinfutter beimischen. Damit trifft eine erhöhte Nachfrage nach Protein-Futtermitteln auf eine gleichzeitig eingeschränkte Import- und Versorgungssituation.

Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung hat für Proteinträger zu Futterzwecken ab dem 1. September 2026 eine temporäre Bedarfsdeckungsunterschreitung (TBDUS) bewilligt. Damit dürfen bis spätestens Ende Februar 2027 maximal 20 % (fast 16’000 Tonnen) der Gesamtmenge aus den Pflichtlagern bezogen werden.

Weiterführende Informationen

WL-Massnahmen Ernährung

BAFU: Trockenheitsbulletin

Bundesamt für Landwirtschaft BLW

Energie

Aktuelle Lage

Mineralölprodukte

Die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten haben derzeit keine direkten Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit für den Monat September.

Aufgrund der tiefen Rheinpegel ist der Schiffsverkehr de facto zum Erliegen gekommen. Über Maxau fahren derzeit noch Schiffe mit maximal 500t, was bedeutet, dass etwa 5 Schiffe benötigt werden, um die Lademengen eines einzelnen Schiffes in Normalzeiten zu transportieren und Ladeslots sind teilweise nicht mehr verfügbar.

Der Betriebsunterbruch der Raffinerie hat die Versorgungslage der Schweiz mit Mineralölprodukten zusätzlich zu den eingeschränkten Transporten auf dem Rhein beeinträchtigt. Die aktuellen Ereignisse betreffen vor allem die Versorgung mit Benzin und Dieselöl. Bei Heizöl und Flugpetrol bestehen derzeit keine Versorgungsengpässe.

Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung hat zeitlich und mengenmässig begrenzte Bezüge aus den Mineralöl-Pflichtlagern zur Stützung des Marktes bewilligt: Vom 8. bis zum 20. September dürfen bis zu 30'000 m³ Dieselöl und 30'000 m³ Benzin entnommen werden. Dies entspricht bei beiden Produkten weniger als 3 Prozent der Pflichtlagerbestände. Damit kann die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten weiterhin sichergestellt werden.

Sollten die Versorgungsprobleme länger andauern, können weitere Entnahmen bewilligt werden. Die bezogenen Mengen müssen innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung der Massnahme wieder eingelagert werden.

FAQ

Raffinerie Cressier

Mineralölversorgung und Pflichtlager

Weiterführende Informationen

WL-Massnahmen Erdöl

Pflichtlagersortiment Energie

CARBURA

Bundesamt für Energie BFE

Avenergy Suisse

Internationale Energieagentur IEA

Logistik

Die Versorgung mit Transport- und Logistikdienstleistungen ist sichergestellt.

Die Schiffbarkeit auf dem Rhein ist aufgrund des Niedrigwassers erheblich eingeschränkt.

Heilmittel

Die Versorgung ist bei einzelnen Wirkstoffen eingeschränkt. Bei Engpassmeldungen werden notwendige Bezüge aus Pflichtlagern bewilligt.

FAQ

Industrie

Die Versorgung mit Gütern der industriellen Produktion ist sichergestellt. Aktuell sind keine Massnahmen in Kraft oder Inkraftsetzungen geplant.

FAQ

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)

Die Versorgung mit Informations- und Kommunikationsdienstleistungen ist sichergestellt. Aktuell sind keine Massnahmen in Kraft oder Inkraftsetzungen geplant.